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Fragen und Antworten zu ätheri

Gebrauch der ätherischen Öle

Auf welche verschiedenen Arten können ätherische Öle angewendet werden?

250 mg entsprechen etwa 5 Tropfen ätherischen Öls
1 ml entspricht etwa 20 Tropfen ätherischen Öls

Die ätherischen Öle können vom Organismus über alle zur Verfügung stehenden Wege aufgenommen werden.

1) Über die Atemwege:
Die aromatischen Moleküle werden von der Nasenschleimhaut aufgenommen und an das limbische System („emotionales Hirn") weitergeleitet, wo jeder Geruch eingeordnet wird als angenehm oder unangenehm, anziehend oder abstossend.

• Verteilung:

Duftlampe: Ein Schälchen mit Wasser füllen und 5 Tropfen des ätherischen Öls zugeben. Weil durch die Hitze der Flamme die ätherischen Öle verändert und oxidiert werden können, ist der Zerstäuber vorzuziehen.

Zerstäuber: Nur mit dieser Methode werden die ätherischen Öle vollständig und ohne Veränderung ihrer chemischen Struktur in die Luft abgegeben.

• Inhalation:

Schale mit heissem Wasser füllen, 3 bis 5 Tropfen des ätherischen Öls zugeben. Ein Tuch über den Kopf legen, Augen schliessen und inhalieren. Vorsicht: Ätherische Öle reizen die Augen! Verwenden Sie deshalb besser einen der im Handel angebotenen Inhalatoren. 2 bis 4 Mal täglich wiederholen. Von ätherischen Ölen, die Phenole enthalten, nicht mehr als 1 bis 2 Tropfen zugeben.

• Trockene Inhalation:

6 bis 10 Tropfen auf ein Taschentuch geben für die Inhalation während des Tages oder auf das Kopfkissen während der Nacht. Diese Methode eignet sich speziell für Personen, die an Asthma, Reisebeschwerden, Müdigkeit usw. leiden.

2) Orale Einnahme:
Die orale Einnahme von ätherischen Ölen ist zugegebenermassen nicht jedermanns Sache. Sie sind sehr stark und nicht besonders angenehm. Im Rahmen von aromatherapeutischen Behandlungen ist die orale Einnahme eine wichtige Methode. Die Wirkung ist stärker als bei perkutaner Aufnahme. Die ätherischen Öle werden mit einem der folgenden Hilfsstoffe gemischt:

• Honig: 2 bis 3 Tropfen ätherisches Öl in einem Kaffeelöffel Honig (5 ml).

• Ahornsirup: kann Honig gleichgesetzt werden.

• Ein Stück nicht raffinierter Rohrzucker: 2 bis 3 Tropfen ätherisches Öl daraufgeben und in den Mund nehmen.

• Neutrale Tabletten: gleiche Anwendung wie Zucker.

• Pflanzliche Urtinkturen und andere stark alkoholhaltige Lösungen eignen sich gut, um die 2 bis 3 Tropfen ätherisches Öl zu verdünnen.

• Pflanzliche Öle sind die idealen Hilfsstoffe für ätherische Öle.

• Wasser: Vorsicht! Reine ätherische Öle sollten nie mit Wasser gemischt werden, ausser wenn ein natürlicher Emulgator wie Emulgin, Disper oder Labrafil verwendet wird.

Der Magen-Darm-Trakt ist die hauptsächliche Quelle vieler Krankheiten. Durch die orale Einnahme ätherischer Öle kann die unerwünschte Verbreitung von Bakterien reguliert werden. Der Weg über die Verdauung umfasst zudem das breiteste Spektrum möglicher Anwendungen, da manche ätherische Öle nur auf diese Art aufgenommen werden können.

Dosierung:
Mischverhältnis höchstens 10% Öl zu 90% Hilfsstoff (Honig, Emulgin, Alkohol, pflanzliche Öle usw.), aber nicht mehr als 250 mg pro Tag.
Gewisse Wirkstoffe (Phenole, Ketone usw.) dürfen in der Mischung ätherischer Öle nur mit einem Anteil von 20% vertreten sein.
Für mittel- und langfristige Behandlungen bieten spezialisierte Unternehmen auch Präparate in Kapselform an.


Tropfen, Kapseln, Suppositorien und Vaginalzäpfchen werden durch Aromatherapeutinnen und -therapeuten verschrieben und von Apotheken oder spezialisierten Labors hergestellt.

3) Über die Haut:
Dank ihrer hohen Affinität zu den Lipiden werden ätherische Öle sehr gut durch die Haut aufgenommen. Die perkutane Anwendung ermöglicht nicht nur eine gezielte lokale Wirkung und den Einsatz grösserer Mengen, die Wirkung hält auch länger an, weil das Eindringen der ätherischen Öle sukzessive erfolgt. Die Öle werden in verschiedenen Formen angeboten:

• Cremen: In Abhängigkeit von ihrem Fettgehalt kann die Konzentration an ätherischen Ölen zwischen 1% und 30% betragen.
• Gels: Nicht fetthaltige Hilfsstoffe, Konzentration von ätherischen und pflanzlichen Ölen nicht höher als 10 bis 12%.
• Pflanzliche Öle sind die idealen Hilfsstoffe für ätherische Öle.

Dosierung:
Massage/Einreiben: Mischverhältnis höchstens 10% ätherisches Öl zu 90% pflanzlichem Öl.

Wo werden die ätherischen Öle angewendet?
• auf der Wirbelsäule zur Beruhigung des Nervensystems;
• auf Thorax und Rücken wirken sie auf die Bronchien;
• eine Mischung ätherischer Öle, welche die Verdauungsfunktionen aktivieren oder antispasmodisch wirken sollen, wird auf den Bauch aufgetragen, um auf die inneren Organe zu wirken;
• eine auf den Solarplexus aufgetragene Mischung hilft gegen Angstzustände und reguliert die Aktivität des Sympathikus;
• zur Anregung der Nebennierenfunktionen direkt in diesem Bereich einreiben;
• bei Infektionen/Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich werden die ätherischen Öle auf den Hals, den Nacken, in und um die Ohren aufgetragen;
• bei Kopfschmerzen und Migräne auf Schläfen, Stirn, Ohrläppchen und Nacken.

Welche pflanzlichen Öle eignen sich für die perkutane Anwendung?
Süssmandel: alle Hauttypen, Kleinkinder
Borretsch: trockene und schlaffe Haut
Calendula (Ringelblume): gereizte, spröde Haut
Weizenkeim: Sport- und Muskelmassage, Entzündungen, Ekzeme, Akne, Psoriasis
Johanniskraut: Sonnenbrand, Verbrennungen, Entzündungen
Haselnuss: trockene und lädierte Haut, bei Schwangerschaft (Schwangerschaftsstreifen), Zellulitis
Nachtkerze: Falten, rheumatische Erkrankungen, Herzprobleme, Cholesterinprobleme, mangelhafte Ernährung
Moschusrose: Falten, Altersflecken, Narben und Schwangerschaftsstreifen
Sesam: dringt rasch ein, Kreislauf, Nervensystem, Frauen (Genitalbereich)

Bäder:
5 bis 12 Tropfen ätherisches Öl in pflanzlichem Öl, Honig, Milch, Meersalz usw. Kinder im Bad nicht unbeaufsichtigt lassen: ein allfälliges Untertauchen kann zu einer Reizung der Augenschleimhaut führen.

4) Rektal und vaginal:
Die rektale Anwendung eignet sich besonders, wenn es darum geht, in akuten Fällen die Geschwindigkeit und das Ausmass der Wirkung von ätherischen Ölen zu messen. Empfohlen werden Suppositorien (vor allem für Kinder); so lässt sich der ganze Verdauungstrakt umgehen. Für die vaginale Anwendung werden Zäpfchen angeboten auf Basis von:

Wachs, der speziell für die Herstellung von Suppositorien und Vaginalzäpfchen mit ätherischen Ölen geeignet ist.

Welche Vorsichtsmassnahmen müssen im Umgang mit ätherischen Ölen beachtet werden?
Manche ätherische Öle können die Haut und die Schleimhäute stark reizen und ernsthafte Verbrennungen hervorrufen.

• Ätherische Öle, auch verdünnt, dürfen niemals in die Augen gelangen.
• Reine ätherische Öle dürfen nie in Nase, Ohren oder auf Anal- und Genitalschleimhäuten angewendet werden. Für diese empfindlichen Schleimhäute dürfen ätherische Öle nur als höchstens 5-prozentige Lösung in Haselnuss- oder Sesamöl verwendet werden.
• Ätherische Öle, die reich an Phenolen sind, können in der Leber eine toxische Wirkung entfalten, wenn sie in hoher Dosierung (mehr als 500 mg pro Tag) und über längere Zeit (mehr als 3 Monate) angewendet werden.
• Die kleinen, wohlriechenden Fläschchen üben auf Kinder eine starke Anziehungskraft aus. Da es sich aber um hochwirksame Medikamente handelt, müssen sie unbedingt ausserhalb der Reichweite der Kinder aufbewahrt werden.
• Während der ersten drei Monate der Schwangerschaft wird von der oralen Einnahme und der perkutanen Anwendung im Bauchbereich abgeraten.

Sollten ätherische Öle in Ihre Augen geraten oder Ihre Schleimhäute stark reizen, spülen Sie die betreffenden Stellen mit pflanzlichem Öl (Oliven-, Sonnenblumenöl, jedes von Ihnen verwendete Salatöl), auf keinen Fall aber mit Wasser! Im Fall einer Überdosis sollten Sie sich in Spitalpflege begeben.

Welche Faktoren beeinflussen die Qualität der ätherischen Öle und worauf sollten Sie beim Kauf achten?
Die Herstellung von ätherischen Ölen in sehr guter Qualität ist aus verschiedenen Gründen schwierig: der biologische Anbau ist noch zu wenig verbreitet; Pflanzen von guter Qualität sind selten; das Sammeln der Wildpflanzen erfordert viel Zeit und kostspielige Handarbeit.

1. Kaufen Sie nur Produkte, auf denen folgende Angaben gemacht werden:
• deutscher, französischer oder lateinischer Name;
• botanische Art (thymus vulgaris, thymus satureioides);
• verwendete Pflanzenteile (die aus Früchten, Blüten oder Blättern derselben Pflanze gewonnenen Wirkstoffe können sich stark unterscheiden);
• Chemotyp (bei Thymian z.B. Thymol, Linalool, Thyanol-4 usw.);
• Herkunftsland.

2. Beziehen Sie Ihre Produkte von einem Lieferanten, der mit einem Labor zusammenarbeitet, welches systematisch alle eingehenden Produkte chromatographisch analysiert; nur so kann die Qualität der ätherischen Öle garantiert werden.

3. Preise: 10 ml Eisenkraut, Rose oder Melisse können nicht 15 Franken kosten. Nur gefälschte Produkte oder billigere Öle wie Palmarosa können zu solchen Preisen angeboten werden. Der Preis alleine garantiert aber noch nicht für gute Qualität: Viele als 100% rein und natürlich angepriesene ätherische Öle sind mit Alkohol, Süssmandelöl oder mehreren billigeren Ölen verdünnt.

4. Verlassen Sie sich bei der Auswahl auf Ihren Geruchssinn, sobald Sie eine gewisse Erfahrung haben.
Nur für ätherische Öle, deren Garantie sowohl die Pflanze als auch die Extraktion und das Endprodukt umfasst, kann die Bezeichnung 100% rein und natürlich zutreffen.

Wie sollen ätherische Öle aufbewahrt werden?
Ätherische Öle sind bemerkenswert lange haltbar, wenn Sie zwei wichtige Regeln befolgen:

• Da ätherische Öle hoch flüchtig sind, müssen sie in wasserdichten Fläschchen hermetisch verschlossen aufbewahrt werden.
• Wegen ihrer UV-Empfindlichkeit auf sind braune, grüne oder blaue Fläschchen zu empfehlen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, behält ein ätherisches Öl seine Eigenschaften während mindestens fünf Jahren.

Welche ätherischen Öle für welche Leiden?
Um die ätherischen Öle richtig anzuwenden, sollten bei einem Aromatherapeuten oder einer Aromatherapeutin (Apotheker/in, Ärztin/Arzt, Gesundheitspraktiker/in, Naturheilpraktiker/in, Labor) nähere Informationen eingeholt werden. Die folgende Liste enthält einige grundlegende ätherische Öle, die bei häufig auftretenden Problemen Anwendung finden. Um die Anwendung zu erleichtern, sind auch Komplexe von ätherischen Ölen entwickelt worden.




Laboratoires BIOLIGO SA - Z.I. De l'Asse, Chemin de la Vuarpilliere 25, 1260 NYON - Suisse